Viele Menschen mit Pflegegrad wissen nicht genau, welche Leistungen ihnen zustehen und wann eine Pflegeberatung verpflichtend ist. Begriffe wie Pflegegrad, Pflegegeld oder Begutachtung führen schnell zu Unsicherheiten – gerade, wenn sich Regelungen ändern oder Schreiben der Pflegekasse eintreffen.
In diesem Blogbeitrag klären wir die wichtigsten Fragen rund um die Pflegeberatung, erklären verständlich, worauf es ankommt und was Betroffene sowie Angehörige beachten sollten.
Als anerkannter Betreuungsdienst unterstützen die Veedelshelfer im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Pflegeberatung dabei, den Überblick zu behalten und Leistungen korrekt zu nutzen.
Was ist eine Pflegeberatung?
Eine Pflegeberatung hilft dir dabei, deinen Alltag mit Pflegegrad besser zu organisieren. Du erfährst, welche Leistungen dir zustehen, wie du dein Pflegegeld sicherst und worauf es bei einer Pflegebegutachtung ankommt.
Im Pflegeberatungsgespräch schaut eine Fachkraft gemeinsam mit dir auf deine Situation:
- Was läuft im Alltag gut?
- Wo brauchst du mehr Unterstützung?
- Werden Leistungen vollständig genutzt?
- Gibt es Anzeichen, dass sich dein Unterstützungsbedarf verändert hat?
Kurz gesagt:
Eine Pflegeberatung schafft Klarheit über die aktuelle Situation. Der Pflegegrad wird überprüft und die genutzten Leistungen werden eingeordnet. Dabei wird auch sichtbar, ob zusätzlicher Unterstützungsbedarf besteht.
Wie viel Pflegegeld steht dir zu?
Mit einem anerkannten Pflegegrad erhältst du monatliches Pflegegeld. Die Beträge gelten seit 2025 und sehen aktuell so aus:
Pflegegeld pro Monat (Stand 2025):
- Pflegegrad 2: 347 €
- Pflegegrad 3: 599 €
- Pflegegrad 4: 800 €
- Pflegegrad 5: 990 €
Dieses Pflegegeld steht dir zu, wenn du zu Hause gepflegt wirst – zum Beispiel durch Angehörige. Viele Betroffene nutzen diese Beträge nicht vollständig, weil ihnen der Überblick fehlt.
Zusätzlich möglich – 131 € Entlastungsbetrag pro Monat
Neben dem Pflegegeld gibt es einen weiteren wichtigen Anspruch, der oft vergessen wird.
- Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 131 Euro monatlich (insgesamt bis zu 1.572 Euro jährlich)
- für alle Pflegegrade (1–5)
- nutzbar für Unterstützung im Alltag, z. B. Haushalt oder Betreuung
- nicht sofort verfallen, wenn er einmal nicht genutzt wird
Der Entlastungsbetrag kann eine echte Hilfe im Alltag sein – wird aber häufig gar nicht abgerufen.
Verhinderungspflege – bis zu 3.539 € pro Jahr zusätzlich nutzen
Wenn die Person, die dich normalerweise pflegt, vorübergehend ausfällt (z. B. Krankheit oder Urlaub), kannst du zusätzliche Unterstützung bekommen.
Seit 2025 gilt dafür ein gemeinsames Jahresbudget:
bis zu 3.539 € pro Jahr
nutzbar für Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege
flexibel einsetzbar, z. B. für Unterstützung im Alltag
👉 Wichtig: Dieses Budget bleibt bei vielen ungenutzt – obwohl es genau für Entlastung gedacht ist.
Für wen ist die Pflegeberatung verpflichtend?
Die Pflegeberatung nach § 37.3 SGB XI ist verpflichtend für alle, die Pflegegeld beziehen und zu Hause gepflegt werden – ab Pflegegrad 2.
Die festen Intervalle:
- Pflegegrad 2: alle 6 Monate
- Pflegegrad 3: alle 6 Monate
- Pflegegrad 4: alle 3 Monate
- Pflegegrad 5: alle 3 Monate
Für Pflegegrad 1 ist die Beratung freiwillig, kann aber trotzdem sinnvoll sein.
Wichtig:
Die verpflichtende Pflegeberatung ist immer kostenlos und wird direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Eine Pflegegrad-Höherstufung gehört nicht zu dieser kostenlosen Pflichtberatung.

Was passiert bei der Pflegeberatung?
In der Pflegeberatung wird deine aktuelle Pflegesituation realistisch eingeschätzt. Die Pflegefachkraft spricht mit dir über deinen Alltag, klärt offene Fragen und zeigt dir, worauf es ankommt.
Im Fokus stehen unter anderem:
- Sicherung deines Pflegegeldes
- Nutzung von Entlastungsleistungen
- Vorbereitung auf eine Pflegebegutachtung
- Einschätzung, ob sich dein Unterstützungsbedarf verändert hat
Am Ende bekommst du klare, verständliche Empfehlungen, die dir im Alltag wirklich helfen.
Was ist die Pflegebegutachtung und wie hängt sie mit der Beratung zusammen?
Die Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) entscheidet darüber, ob du einen Pflegegrad erhältst oder ob sich dein Pflegegrad erhöhen lässt. Viele fühlen sich vor diesem Termin unsicher.
In der Pflegeberatung erfährst du:
- worauf der MD achtet
- welche Bereiche im Alltag bewertet werden
- wie du dich sinnvoll vorbereiten kannst
Beratung und Begutachtung hängen eng zusammen: Die Begutachtung entscheidet – die Beratung hilft dir, gut vorbereitet zu sein.
Pflegegrade prüfen: Wann lohnt sich eine Höherstufung?

Eine Höherstufung kann sinnvoll sein, wenn sich der Alltag von Pflegebedürftigen spürbar verändert hat. Viele merken erst nach Wochen oder Monaten, dass bestimmte Aufgaben schwerer fallen. Genau in solchen Situationen lohnt es sich, den Pflegegrad zu prüfen und zu schauen, ob sich dein Pflegegrad erhöhen lässt.
Typische Hinweise, die für eine Pflegegrad Höherstufung sprechen können:
- Du brauchst mehr Unterstützung beim Waschen, Anziehen oder Gehen
- Du schaffst den Haushalt nicht mehr alleine
- Du vergisst häufiger Abläufe oder Termine
- Angehörige müssen deutlich mehr Zeit einplanen
- Tätigkeiten, die früher leicht waren, sind jetzt anstrengend
Im Rahmen der Pflegeberatung bekommst du eine ehrliche Einschätzung, ob eine höhere Einstufung realistisch ist. Unsere Pflegeberater schauen sich an, welche Bereiche sich verändert haben und wie stark diese Veränderungen im Alltag wirken.
Pflegeberatung bei den Veedelshelfern
Die Veedelshelfer bieten dir eine kostenlose Pflegeberatung nach § 37.3 SGB XI, wenn du zu Hause gepflegt wirst und einen Pflegegrad hast.
Unsere Pflegefachkräfte:
- verschaffen dir Klarheit
- erklären dir deine Leistungen
- helfen dir, Pflegegeld und Ansprüche richtig zu nutzen
Ohne Stress. Ohne Papierchaos. Ohne lange Wartezeiten.